Übung: Wir schreiben eine Schneeflocken-Story

Mein bisheriger Schreibablauf beinhaltete zwar viel Arbeit mit dem Notizbuch und Entwürfen für Charaktere, Konflikte und Handlungsverläufe, allerdings war noch einiger Platz für Optimierung enthalten. So muss ich beim Schreiben immer noch viele Anpassungen vornehmen, für Korrekturen und das Auflösen von Anschlussproblemen zurückspringen und bin mit dem Ablauf eher mäßig zufrieden.
Wenn man sich nun mehr Struktur wünscht, kann man entweder selbst eine solche erarbeiten oder man bedient sich einer der zahlreichen Methoden, die es ohnehin schon gibt. Gute Kritiken hat die „Schneeflocken-Methode“ von Randy Ingermanson erhalten.
In einem kleinen gemütlichen Schreib-Discord (den ich hier bewusst erwähne, aber nicht verlinke) probiere ich also derzeit mit Belchion (den man eher aus der Rollenspielszene kennt) aus, wie die Vorgehensweise funktioniert. Dabei halten wir uns in erster Linie an den Ablauf nach Harry Bingham.

Die Schneeflockenmethode arbeitet mit dem fraktalen Schneeflockenmodell, das im Bild oben dargestellt ist: Man legt erst eine Grundform fest – Punkt 1, fasse die Story in einem einzelnen Satz zusammen – und erweitert davon ausgehend Schritt für Schritt die Details. Dadurch entsteht am Ende eine individuelle Geschichte aus einem Anfangs eher schematischen Planungsvorgang.

Derzeitiger Stand: Wir sind bei Punkt 5, der Charakterisierung der wichtigsten Figuren. Bisher finde ich die Methode logisch aufgebaut und bin erstaunt, wie gut das strukturierte Aufschreiben Punkt für Punkt funktioniert.
Normalerweise richtet sich die Schneeflockenmethode an Romanautoren. Unser Ziel ist eher eine Kurzgeschichte um 5000-10000 Wörter. Das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch, sondern macht die Handlung und Charaktere eher übersichtlich und hilft, mehr Stringenz zu etablieren. Gerade in gerafften Formaten soll ja der Kern der Geschichte knackiger präsentiert werden und muss daher im Kopf oder den Notizen des Autoren auch klarer formuliert sein.
Meine Hoffnung ist, dass dies das Mäandern der Handlung verhindert und mich insgesamt anleitet, fokussierter zu schreiben und unnötige Szenen und Figuren besser zu erkennen. Idealerweise kann ich sie dann schon streichen, bevor ich Arbeit investiere, sie auszuschreiben.

Insgesamt bin ich sehr gespannt, wie sich das auf den eigentlichen Schreibprozess auswirkt. Ich werde mir wohl die Bücher von Ingermanson besorgen (Sowohl „How to write a novel using the snowflake method“ als auch „How to write a dynamite scene using the snowflake methode“) und intensiver mit dem Ansatz arbeiten.

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