Mein Schreibprozess: Vorbereitung, einen Anfang finden

Diese Artikelreihe entsteht zum Zwecke des Durchatmens, weil ich einen großen Meilenstein geschafft habe: Die Überarbeitung des zweiten Manuskriptes ist abgeschlossen. Der Zorn der Herrin steht in den Startlöchern.

Wie sieht der Ablauf aus, an dessen Ende hoffentlich ein fertiges Buchmanuskript steht? Bei mir zumindest beginnt er schon lange vor dem eigentlichen Schreiben. Mein wichtigstes Werkzeug – ich kann es gar nicht oft genug betonen – ist ein Notizbuch. Und weil ich kein vorgefertigtes Produkt mit Hochglanzcover nutzen wollte – möglichste edel, damit auch jeder weiß, wie wichtig mir meine geistigen Kurzschlüsse sind – habe ich mir selbst eins gebaut.

Notizen retten Ideen – und Nerven

Huch, jetzt komme ich aber weit vom eigentlichen Thema ab, aber ich denke, dieser Schlenker lohnt sich: Schaut euch, wenn ihr Interesse habt, selbst ein Notizbuch zu fertigen, diesen Link zu wikiHow an. Ich habe das Material so gewählt, dass ich am Ende ein 100 Seiten starkes Büchlein mit einfachem Pappeinband hatte. Diesen habe ich anschließend noch mit dünnem Leder veredelt. Außerdem verfügt es über ein Gummiband zum verschließen und ein simples Lesezeichenbändchen. Das Endprodukt kann sich meiner Meinung nach sehen lassen.

Dieses Buch habe ich nun jederzeit dabei. Sobald mir eine Idee kommt, die das aktuelle Projekt betrifft, notiere ich sie. Zwischendurch lasse ich immer Leerseiten, um bereits skizzierte Punkte weiter auszubauen, zu verändern, Alternativideen auszuprobieren und so weiter. Auf diese Weise plane ich vor allem auch Szenen voraus, die als nächstes im Schreibprozess anstehen. Das bedeutet, auch während ich bereits am Manuskript arbeite, ist das Notizbuch ein wichtiges Werkzeug, um den Überblick zu behalten und die Arbeit zu begleiten. Ebenso hilft mir das Büchlein in der Phase der Überarbeitung, wenn die erste Fassung des Manuskripts bereits geschrieben ist.

Das eigentliche Losschreiben ist dann nicht mehr so schwer: Die Figuren, Locations und die grobe Handlung ist auf jeden Fall schon grob vorgezeichnet. Meine Texte strukturieren sich in der Regel wie von selbst in Kapitel, ich muss diese nur selten nachträglich einteilen. Hier habe ich in der Planung eventuell noch Nachholbedarf.

Erste Inhalte zu Papier bringen

Nun stellt sich die Frage, wie man eine Geschichte anfängt. Wenn man keinen 100%igen Supersatz hat, mit dem man die Stimmung des Buches schon zu Beginn einfangen kann, ist dies kein Beinbruch. Niemand verlangt, dass das, was auf dem „Papier“ (in der Datei) steht, zu Anfang perfekt ist. Wichtig ist, dass der Beginn schon auf die Handlung zeigt, dass hier schon etwas passiert, was für den Plot des Buches relevant ist. Es mag bei Autoren Ausnahmen geben, die mit ausschweifender Landschaftsbeschreibung durchkommen oder ihrem Protagonisten noch zehn Minuten am Pool gönnen, ehe etwas passiert. Aber wenn man sich noch keinen Namen gemacht hat, besteht die Gefahr, dass man den Leser (oder den Verlagslektor) langweilt und der das Buch nach den ersten vier Seiten weglegt. Wer kann ihm garantieren, dass der Autor später packender schreibt, wenn er es an der wichtigsten Stelle, an  dem Punkt, an dem er das Publikum einladen muss, vergeigt? Ich versuche mich also bislang  nicht an künstlerischen Abwegen, sondern beschreite den Pfad, der von den meisten Ratgebern und erfahreneren Autoren empfohlen wird.

Das bedeutet aber keineswegs, dass man sofort zu Beginn die Hauptfigur oder die wichtigste Location vorzeigen muss. Gerade wenn man einen Prolog und einen Epilog verwendet, der die Handlung umklammert, kann man darauf verzichten. Am Beispiel der Weltenfabrik: Dort tritt zwar zu Beginn Jan Lux auf, allerdings nicht als handelnde Figur. Die erste Szene ist aus der Sicht seines Gegenspielers geschrieben, der ihn im Schlaf beobachtet und dann seinen Plan fasst, wie er den Jungen in seine Fänge treiben kann. Und als ich den ersten Manuskriptentwurf geschrieben habe, gab es diese Szene noch gar nicht. Ich habe sie nachträglich eingefügt, weil ich die Perspektive des Antagonisten nutzen wollte, um zu verdeutlichen, dass diese planvoll vorgeht und dass er es von Anfang an auf Jan abgesehen hat.

Der nächste Artikel wird sich mit dem beschäftigen, womit die meisten Jungautoren die größten Probleme haben.

Mit dem Weiterschreiben.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Vermischtes zur Weltenfabrik, Weltenbasteln

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s