Weltenbau, Weltenbasteln: Wie es zur Weltenfabrik kam und was fiktive Welten mir bedeuten Teil 2

Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie ich überhaupt zum Weltenbauen als Hobby kam. Hier soll es nun damit weitergehen, wie die Idee zur Weltenfabrik entstand:

 

Im Laufe meiner Beschäftigung mit diesem Hobby stieg ich auch in die verschiedenen Schichten und Ideen, die man im Weltenbau berücksichtigt, ein, und versuchte mich an ersten Entwürfen. Zum Leidwesen meiner Lehrer habe ich so manche Unterrichtsstunde damit zugebracht, nur mit halbem Ohr zuzuhören und den Rest meiner Aufmerksamkeit fernen Welten zu schenken, die ich begeistert plante und kartografierte. Das erste größere Projekt in Sachen kooperativer Weltenbau unternahm ich mit Klassenkameraden und Mitspielern meiner Rollenspielrunde: Dabei entstand „Ta’Ran“, eine Welt, die man noch heute hier bestaunen kann.

Weitere Projekte folgten, unter anderem versuchte ich mich auch immer wieder bei Wettbewerben, deren Inhalt das Verfassen eines Rollenspielregelwerks oder -settings in kurzer Zeit war: Am extremsten in Form einer 24-Stunden-Challenge. Die wenigsten Entwürfe waren wirklich tauglich, waren aber eine gute Methode, den Kreativmuskel im Kopf zu trainieren und Wege zu suchen, zum Beispiel Stichwortvorgaben möglichst spannend zu interpretieren und in das Produkt einzubauen. Auf diese Weise habe ich – neben der Beschreibung Ta’Rans – ebenfalls geübt, mich lesbar auszudrücken, was mir, zugegeben, zuerst nicht unbedingt leicht fiel.

Eines der zahlreichen angefangenen aber dann liegengebliebenen Projekte wurde allerdings soweit abgeschlossen, dass ich es wenn nicht als fertig dann doch immerhin als brauchbar beschreiben würde. Es handelt sich um ein Science-Fiction-Setting mit dem Namen „Sternenmeer“, welches ich im Tanelorn-Forum mit vielen Mitstreitern entwarf und 2011 gemeinsam mit Maximilian Kubillus fertigstellte. Die Texte findet man auf dieser Website, wo sie langsam Staub ansetzen.

Im Herbst 2010 fand im Tanelorn auch die Herbst-Challenge statt, deren Ziel das Erstellen eines Rollenspiels war. Kurz zu den Regeln: Binnen 24 Stunden war ein Entwurf zu verfassen, der dann von einer Jury in die zweite Runde gewählt werden konnte. Dort konnte man das Gerüst dann ausfüllen und hoffentlich die Jury überzeugen, um in die Finalrunde zu gelangen. Obwohl die Weltenfabrik kein gutes Rollenspiel mit guten Regeln geworden ist (ich muss es – aus der heutigen Perspektive einfach so sagen), hat sie die Juroren so gut überzeugt, dass sie es bis ins Finale schaffte und dort insgesamt den zweiten Platz belegte, beim Publikum sogar Favorit war. Woran lag das? Nach den Bewertungstexten der Jury ganz klar: Am Setting und an der dahinter steckenden Idee, Rollenspielgruppen zum gemeinsamen Weltenbau zu animieren. Jede Spielfigur sollte von einer anderen Welt stammen, die der Spieler selbst mit Hilfe von Zufallstabellen oder selbstgewähltem Design entwerfen konnte. Auch vollkommen absurde Welten mit Bewohnern aus Feuer oder reiner Energie sollten dabei möglich sein.

Ziel des Spiels war es, im Dienste der Konstruktoren das Werk der Destruktoren zu verhindern: Beide Seiten standen im Widerstreit miteinander. Während die Konstruktoren Welten erschafften, war es der Existenzzweck der Destruktoren, auf diesen Welten Chaos zu verbreiten und sie so zu destabilisieren, bis sie zerstört wurden. Die Konstruktoren allerdings verfügten nicht über die Macht, die Fabrik zu wechseln – dies stand nur ihren Agenten offen, die sich den Destruktoren in den Weg stellten.

Alles in Allem also ein Rollenspiel, das als Zielgruppe die Weltenbastler ins Auge fasste und sie zum gemeinsamen Bauen anleitete, wo normalerweise der Spielleiter einer Gruppe alleiniger Konstrukteur und Autor der Spielwelt ist.

Danach folgte eine lange Pause, in der die Weltenfabrik ruhte. Ich wusste, irgendwann mache ich nochmal die Schublade auf, poliere die Idee und fertige etwas Brauchbares daraus. Jetzt ist es bald soweit – aus dem Rollenspielentwurf ist ein Setting für einen fantastischen Jugendroman geworden, der demnächst veröffentlicht werden soll.

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