Die Sache mit Harry Potter und der unendlichen Geschichte

Ein wichtiger Bestandteil des Hypes um Harry Potter war Begeisterung auch erwachsener Leser für die Reihe, die doch eigentlich nur als Kinder- und Jugendbuch aufgelegt war. Wie kam das? Michael Ende hatte als deutscher Fantasy-Autor das Problem, in Schubladen zu landen, die seinem Werk absolut nicht gerecht wurden. Ist das fair? Und wenn ich in unserer großen Stadtbibliothek Fantasy-Literatur suche, dann muss ich in die Jugendbuchabteilung gehen. Dort steht dann – kein Scherz – sogar G.R.R. Martin und sein Lied von Eis und Feuer im Regal. Nochmal: In der Jugendbuchabteilung! Was soll das??

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Die Weltenfabrik ist jetzt bestellbar!

Liebe Leser, endlich kann ich sagen, dass das erste Buch zur Weltenfabrik erhältlich ist – und zwar als Ebook als auch als gedrucktes Buch (Paperback). Dafür bin ich einer großen Zahl Menschen zu Dank verpflichtet, die mich beim Lektorat unterstützten, Testleser gespielt haben, mir bei der Gestaltung des Covers geholfen haben oder mich dabei unterstützt haben, mich im Dschungel der Verlage zurecht zu finden. So ein Buch ist nie nur das Produkt eines einzelnen Menschen, auch wenn letztlich nur ein Name auf dem Cover steht, deswegen hier nochmal die Danksagung, die ich auch im „Schatten der Herrin“ eingefügt habe:

 

Danksagung
An dieser Stelle bin ich nun mit dem Buch am Ende angekommen und hoffe, dich, lieber Leser, angemessen unterhalten zu haben und deine Lust auf weitere Abenteuer in der Weltenfabrik oder einer ihrer zahllosen Schöpfungen geweckt zu haben.
Natürlich ist ein solches Projekt fast nie allein zu bewältigen, und so stehe ich hier nun in der Pflicht, meinen Dank all jenen auszudrücken, die mich unterstützt haben: Stefan Kock für seine Hilfe und sein kritisches Auge beim Coverdesign, Markus Gerwinski für seine Ratschläge als Autorenkollege, den Mitspielern meiner wöchentlichen Spielrunde, die ihr Ohr für mein Lamento bei der Verlagssuche und ihr Auge und ihre Phantasie beim Probelesen geliehen haben, meinen Eltern, die mich beständig gewarnt haben, nicht zu viel Zeit auf meine Phantasiereisen zu verschwenden und an letzter Stelle, denn diese ist die, die am besten im Gedächtnis bleibt, meiner Frau und meinen Kindern, die mich immer wieder angespornt haben, Kämpfe mit der leeren Seite auszufechten.

 

Natürlich freue ich mich im Zuge der Veröffentlichung über jede Bestellung – und über Feedback und Kritiken. Wer für einen Blog oder eine Zeitung eine Rezension verfassen möchte, kann mich gern unter cotta(at)web.de kontaktieren.

[Hier gehts zur Bestellseite]

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Kurzgeschichte „Dungeon“, Teil 3

Zum ersten Teil

Zum zweiten Teil

Download der kompletten Geschichte (inklusive einer Leseprobe von „Die Weltenfabrik: Jan Lux und der Schatten der Herrin“)


Ihre Öllampe leuchtete nicht bis in die letzten Winkel der Halle, die sich als noch größer als erwartet herausstellte. Offenbar waren wir im ursprünglichen Frachtraum des Schiffs gelandet. Ich gehe nicht allzu sehr ins Detail, aber wir entdeckten: Eine falsche Wand, hinter der sich Alltagskleidung, jede Menge Vorräte für den Foodsynth, Ersatzteile und ein kompletter Ersatz-Raumanzug befanden, leider vollkommen inkompatibel mit unserer Ausrüstung. Eine defekte Com-Konsole, die ich auch nach mehreren Minuten Bastelei nicht mehr zum Laufen bekam. Eine ziemlich gemeine Speerfalle, mitten im Raum. Und zu guter Letzt: Einen Waffenschrank, leider nur mit pseudohistorischem Gear.
Zumindest waren wir nun für die nächste Auseinandersetzung besser bewaffnet – Lisl hatte sich ein schlankes Schwert und einen Dolch geschnappt, während ich mit einer handlichen Keule und einem Schild Vorlieb nahm. Wieder flutete mich ein Woge von Scham: Wenn auch nur ein Konkurrent uns in diesem Aufzug sehen könnte, würden wir uns in keiner Kneipe des Sonnensystems mehr sehen lassen können.
Dann machten wir uns daran, die hintersten Ecken des Laderaums zu inspizieren. In großen Metallcontainern, denen mit wenig Liebe fürs Detail eine Rostpatina aufgesprüht worden war, wurden wir endlich fündig. Das war der Shit: Originalverpackte Comics, He-Man-Actionfiguren, der berüchtigte Nachtwächterschlumpf aus dem Überraschungsei, die rote Dungeons-and-Dragons-Box inklusive Gygax-Signum, Shadowruncharakterbögen der ersten Auflage und einige berüchtigte Fehldrucke von Fanzines und Anleitungsheften. Insgesamt sicherlich eine Tonne Nerdramsch, der sich zu absoluten Höchstpreisen verscheuern ließ.

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Kurzgeschichte „Dungeon“, Teil 2

Zum ersten Teil


Ich probierte die erste und stieß ein missvergnügtes Zischen aus, als ich Pech hatte. Natürlich verriegelt. Blieb die andere. Und – tada, ebenfalls verschlossen.
Jetzt machte es sich bezahlt, dass meine Partnerin sich immer gegen Neuralimplantate gesträubt hatte und ihr Handwerk noch auf die gute alte Art gelernt hatte – synaptischer Hardcode, sozusagen. Ah, da war doch tatsächlich mein schlaues Vokabular aus den Untiefen des Neocortex zurück an die Oberfläche der Kognition geschwappt.
Lisl jedenfalls bog ein Stück Draht zurecht und fummelte ihn in die Öffnung des Schlosses. Dann folgte eine atemberaubende Darstellung expressionistischer Mimiken mitsamt herausgestreckter Zunge bei besonders kniffligen Momenten. Und – klick – ich glaubte meinen Augen kaum, als sie die Tür völlig ohne Pickertool aufzauberte. Man sagt ja, hinreichend entwickelte Technik sei in den Augen Unwissender wie Magie. Doch noch viel beeindruckender ist es, wenn jemand Dinge, zu denen man mikroelektronische Wunderwerkzeuge zu brauchen glaubt, nur mit dem bewerkstelligt, was er aus dem Dreck auf dem Boden aufgelesen hat.
Ich fühlte mich unnütz. Immerhin konnte ich dieses Gefühl ein wenig durch den Wagemut kompensieren, die Tür zu öffnen und den dahinterliegenden Gang zu durchschreiten. Nichts Aufregendes geschah und ich landete in einer runden Kammer, deren Decke eingedrückt war. Zum Glück war die Rumpfhülle des Wracks an dieser Stelle noch soweit intakt, dass die gefrorene Europa-Atmosphäre nicht eindringen konnte. Ich duckte mich unter einem geborstenen Metallträger hindurch, der die Mittelalterdeko durchbohrt und mit seinem Ende eine Holzkiste auf dem Boden festnagelte. Keine Bewacher, immerhin. Lisl folgte und wir inspizierten den Raum. Bis auf die Kiste und eine weitere Tür nichts Interessantes, abgesehen davon, dass in Abwesenheit all unserer technischen Hilfsmittel die ganze Fantasy-Inszenierung eine deutlich andere Wirkung auf mich entfaltete als vorher.
„Wollen wir einen Blick in die Kiste riskieren?“, fragte ich und erntete ein vorsichtiges Nicken. Der Deckel war nicht aufzubekommen, ohne den tonnenschweren Träger hoch zu stemmen, doch nach einigem Suchen entdeckte ich eine Spalte zwischen zwei Holzelementen. Dort setzte ich meine Speerspitze an und hebelte die Brettchen beherzt auseinander. Es klimperte und blinkte.

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Kurzgeschichte „Dungeon“, Teil 1

Die folgende Kurzgeschichte entstand im Rahmen eines Kurzgeschichtenwettbewerbes. Obwohl sie dort keinen dotierten Platz erreichte, halte ich sie für so originell, dass ich sie hier in den nächsten Tagen schrittweise präsentieren möchte. Wenn ich fertig mit der Formatierung bin, wird es die Story auch mit einem Probekapitel der Weltenfabrik hier zum Download geben. Obwohl man beim Titel an ein Fäntelalter-Setting denken mag, habe ich mich entschieden, sie tatsächlich in der Science-Fiction anzusiedeln. Aber auch dort kennt man natürlich die üblichen Klischees und weiß mit ihnen fertig zu werden…


Wer auch immer auf die Idee gekommen war, dieses Wrack mit der ganzen Mittelalterdeko auszustaffieren, gehörte gekielholt. Und zwar im Jupiterorbit. Verflucht, schon wieder hing einer dieser Wandteppiche im Weg. Also weg damit. Wärme der Befriedigung kroch über meine Haut, als mein Thermovaporisator-Strahl das billige Polyesterteil teils zerschmolz und teils verdampfte. Kleine Kleckse sich eilfertig verflüssigenden Kunststoffs tropften wachsgleich auf den Boden und wirkten dabei authentischer als all der Kitsch ringsum.
Da, na endlich! Die Steinmauertapete war von einem Schaltkasten unterbrochen, dessen Hülle dem Hitzestrahl problemlos standgehalten hatte. Obgleich das Ding noch orange glühte, zerrte ich den Deckel, Handschuh sei Dank, auf und wühlte kurz im Kabel- und Sicherungsgewirr dahinter. Meine Güte! Nicht nur der Dekorationsgeschmack des Schiffsbesitzers war prähistorisch, das ganze Wrack stammte offenbar aus der Zeit, als der Schiffsreaktor noch mit Kohle gefahren wurde. Oder so ähnlich. Mit meinem Multispektralschlüssel kam ich hier nicht weiter. Das war plumpe Elektrik, keine Quantenelektronik. Ich seufzte und blickte ungnädig auf meine Sauerstoffwerte – alles im grünen Bereich, also weiter. Die Skillsoftware für den ganz alten Kram passte zum Glück auf einen Plugchip, der war schnell eingeworfen und warmgelaufen. Ah. Roter Draht. Erneutes Klischee.
Ich zupfte am Kontakt und trat zurück, mein frisches Werk begutachtend – und tatsächlich, diesmal fuhr das Sicherheitsschott hoch und gab Lisl mitsamt einem Schwall von Schimpfworten frei.

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Weltenbau, Weltenbasteln: Wie es zur Weltenfabrik kam und was fiktive Welten mir bedeuten Teil 3

Dies wird der vorerst letzte Teil in dieser Reihe, die ich aber gedenke, weiter im Auge zu behalten und bei Gelegenheit zu ergänzen. Ich bin kein Weltenbautheoretiker und habe bereits im ersten Teil einige Links gesetzt, in denen man sich zu dem Thema ausführlicher informieren und austauschen kann. Der zweite Teil beschreibt meinen persönlichen Werdegang als Weltenbauer und wie es dazu kam, dass ich Autor der Weltenfabrik wurde.

Nun aber zu dem Versprechen, dass der Titel macht, welches ich aber noch nicht eingelöst habe: Was bedeutet es mir eigentlich, Weltenbauer zu sein?

Kurz: Alles. Der Weltenbau – und mittlerweile das Schreiben ebenso – ist eine Art Ventil in meinem Kopf, ohne das ich wohl platzen müsste. Phantasie ist für mich eine Macht, die ungeheure kreative Energien freisetzt und dabei ohne Rücksicht auf Verluste Dinge, Orte, Wesen und Geschichten erschafft, völlig unabhängig davon, ob in einem Gehirn eigentlich noch andere Dinge Platz finden sollten oder nicht. Und wie ich bereits beschrieben habe: Diese Macht verschafft sich Raum – ohne Rücksicht auf Verluste. Tagträume sind da noch das kleinste Problem, die hinterlassen in der Regel kaum Spuren. Aber gezeichnete Karten, erfundene Völker samt ihrer Helden, Leidensgeschichten oder seltsamen Eigenheiten, eine komplexe fremdartige Flora und Fauna, die ineinandergreifen wie ein Uhrwerk und letztlich dazu dienen, epische Geschichten aufzuspannen oder winzig kleinen Miniaturen und Kammerstücken im Alltag erfundener Personen zu erzählen – die sorgen dafür, dass man, wenn man sie ausgerechnet auf der Schulbank aufschreibt, zeichnet oder mit einer kleinen Armee von Stiften, Tintenpatronen und Zettelchen nachspielt, doch einiges an Unordnung produziert. Vor allem auf dem Zeugnis.

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Weltenbau, Weltenbasteln: Wie es zur Weltenfabrik kam und was fiktive Welten mir bedeuten Teil 2

Im ersten Teil habe ich beschrieben, wie ich überhaupt zum Weltenbauen als Hobby kam. Hier soll es nun damit weitergehen, wie die Idee zur Weltenfabrik entstand:

 

Im Laufe meiner Beschäftigung mit diesem Hobby stieg ich auch in die verschiedenen Schichten und Ideen, die man im Weltenbau berücksichtigt, ein, und versuchte mich an ersten Entwürfen. Zum Leidwesen meiner Lehrer habe ich so manche Unterrichtsstunde damit zugebracht, nur mit halbem Ohr zuzuhören und den Rest meiner Aufmerksamkeit fernen Welten zu schenken, die ich begeistert plante und kartografierte. Das erste größere Projekt in Sachen kooperativer Weltenbau unternahm ich mit Klassenkameraden und Mitspielern meiner Rollenspielrunde: Dabei entstand „Ta’Ran“, eine Welt, die man noch heute hier bestaunen kann.

Weitere Projekte folgten, unter anderem versuchte ich mich auch immer wieder bei Wettbewerben, deren Inhalt das Verfassen eines Rollenspielregelwerks oder -settings in kurzer Zeit war: Am extremsten in Form einer 24-Stunden-Challenge. Die wenigsten Entwürfe waren wirklich tauglich, waren aber eine gute Methode, den Kreativmuskel im Kopf zu trainieren und Wege zu suchen, zum Beispiel Stichwortvorgaben möglichst spannend zu interpretieren und in das Produkt einzubauen. Auf diese Weise habe ich – neben der Beschreibung Ta’Rans – ebenfalls geübt, mich lesbar auszudrücken, was mir, zugegeben, zuerst nicht unbedingt leicht fiel.

Eines der zahlreichen angefangenen aber dann liegengebliebenen Projekte wurde allerdings soweit abgeschlossen, dass ich es wenn nicht als fertig dann doch immerhin als brauchbar beschreiben würde. Es handelt sich um ein Science-Fiction-Setting mit dem Namen „Sternenmeer“, welches ich im Tanelorn-Forum mit vielen Mitstreitern entwarf und 2011 gemeinsam mit Maximilian Kubillus fertigstellte. Die Texte findet man auf dieser Website, wo sie langsam Staub ansetzen.

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